GASTRONOMIE genießen

Vom Riesling zum Ritzling – Der Wein des Monats!

Weißwein "Riesling, RITZLING", 2020, Weingut Karl Haidle

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Remstal im Glas – so schmeckt der Sommer!

Unser Wein des Monats kommt im August aus dem malerischen Weinort Stetten, der zur Gemeinde Kernen gehört.
Das Weingut Karl Haidle, eines der ältesten Weingüter im Remstal. 

Direkt über dem Weingut thront die idyllische Stettener Yburg. Schon oft haben wir in unserem Onlinemagazin über dieses beliebte Ausflugsziel in der Region Stuttgart berichtet. In diesem Monat widmen wir uns dem Weinanbau in unmittelbarer Nachbarschaft. Rund um das beeindruckende Wahrzeichen breitet sich nämlich auf terrassierten Steillagen eine der besten Riesling-Lagen Württembergs aus. Der Stettener Pulvermächer gilt als Toplage für Riesling und hat das Weingut Karl Haidle schon in frühen Jahren bekannt gemacht.

Die Yburg – Beeindruckendes Wahrzeichen inmitten der Stettener Weinberge.

Weingut-Gründer Karl Haidle, galt im Jahre 1949 als Pionier für die Selbstvermarktung im Remstal. Immerhin war das Ländle in der Region Stuttgart zu dieser Zeit von Genossenschaften dominiert. Karl Haidle war der Erste, der die Rebsorte Kerner, damals noch unter dem Namen Sämling 2530, im Remstal angepflanzt hatte. Unter der Bezeichnung Justinus K. wird diese Weinsorte heute noch im Weingut gepflegt und der Weißwein erfreut sich großer Beliebtheit.

Neben dem Weinbau war Karl Haidle aber auch ein sehr erfolgreicher Turner, der leider aufgrund eines Beinbruches seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 absagen musste. Große ausgezeichnete Erfolge haben ihm dennoch seine hervorragenden Weinlagen eingebracht. Die Böden des Stettener Pulvermächer zeichnen sich durch Kieselsandstein, Schilfsandstein und bunter Mergel aus. Der Name Pulvermächer soll übrigens mit der benachbarten Steingrube zusammenhängen und bedeutet „Inhaber einer Pulvermühle“ oder „Sprengmeister“. Erstmals wurde der Name Pulvermächer im 17. Jahrhundert erwähnt. Auch das Stettener Wahrzeichen, die Yburg, soll mit Steinen der dortigen Steingrube gebaut worden sein.

Das Weingut Karl Haidle wurde 1949 gegründet. Foto: Simone Mathias

Der Sohn des Weingut-Gründers, Hans Haidle, musste durch den plötzlichen Tod seines Vaters Karl den Betrieb schon in jungen Jahren übernehmen. Von Anfang an galt sein Augenmerk der Qualität der Weine. Der Grundsatz „Gute Weine werden im Weinberg gemacht und nicht im Keller“ steht im Weingut an erster Stelle und so wurde er schon bald für die feinen Rieslinge der renommierten Lage Pulvermächer bekannt. Mit viel Fleiß und dem stetigen Bestreben, das Beste zu erzeugen, wuchs das Weingut von 2,5 ha auf heutige 23 ha an. Es folgten wiederholte Auszeichnungen, unter anderem der Riesling-Erzeugerpreis, diesen bekam das Weingut Karl Haidle als erstes Württemberger Weingut überhaupt.

Ohne Fleiß kein Preis!

Was für den Weingut-Gründer Karl Haidle das Turnen war, ist für Hans Haidle das Laufen. Ausdauer zahlt sich aus, im Beruf genauso wie im Sport. Und so ist der Ausgleich für die Arbeit im Weingut für Hans Haidle der Laufsport. Auch da durfte er etliche Erfolge in Marathonläufen von Basel über München bis nach Berlin feiern. Herzlichen Glückwunsch!

Auch eine Art von Marathon: Fleißarbeit im Weinberg!

Es ist also sicher kein Zufall, sondern der zielstrebige Weg einer Weinbaufamilie: Im Geburtsjahrgang seines Sohnes Moritz, 1987, kaufte Hans Haidle seine ersten, damals noch umstrittenen, Barriquefässer. Dies war der bezeichnende Start in eine Erfolgsgeschichte, die bis heute, unter der Leitung von Moritz Haidle, andauert. Beim bekannten Deutschen Rotweinpreis der Fachzeitschrift Vinum wurde das Weingut Karl Haidle schon unzählige Male ausgezeichnet, unter anderem bereits 7 x mit dem ersten Platz für Lemberger.

Durch Sorgfalt und Erfahrung im Einklang mit der Natur

Moritz Haidle gilt als Überflieger in Württemberg! Nach seiner Lehrzeit bei Thomas Seeger (Kurpfalz/Nordbaden) und Gunther Künstler (Rheingau) absolvierte er das Studium Weinbau & Önologie in Geisenheim. Im Jahr 2014 hat Moritz im Weingut die Verantwortung für den Ausbau der Weine übernommen. Seinem Fortbestreben nach Qualität ist es zu verdanken, dass er das Weingut auf biologischen Anbau umgestellt hat.

Moritz Haidle in seinem Weinberg. Foto: Gunnita Cappadonna

Eine ganz persönliche Note: Graffiti von RITZ, alias Moritz Haidle.

Vom „Ritz“ zum „Ritzling“

Schon als Kind hatte Moritz Haidle immer Malstifte zur Hand und sehr gerne gezeichnet. Seinen ursprünglichen Berufswunsch Transportation-Design hat er jedoch dem Wein zuliebe aufgegeben. Ablenkung vom Alltag findet er im Hip-Hop, beim Malen von Graffitis und, wenn es die Zeit zulässt, auch beim Freestylen, beim Sprechgesang, in Rap-Battles.

Dies ist auch schon der perfekte Übergang, um sich unserem WN erleben Wein des Montas zu widmen.
Als Moritz studierte, bekam er vom Vater Hans seine erste, eigene Parzelle im berühmten Pulvermächer beim Sängerheim in Stetten. 800 Flaschen gab es von diesem ersten, eigenen Riesling. Nur wie sollte der Wein heißen?

Der talentierte Künstler Moritz hatte seinen Spitznamen und Künstlernamen in der Szene: RITZ.
Dann kam die Idee aus RITZ und Riesling eine Kombination zu entwerfen. Geboren war die Weinmarke RITZLING!

Ein weißes Blatt Papier, 5-mal untereinander RITZLING im Graffiti-Stil gemalt, und schon war die Vorlage für das Etikett entstanden. Der Stilmix aus dem traditionellen Etikett, mit der wunderschönen Yburg-Silhouette und dem Graffiti war sowohl mutig und gleichzeitig erfrischend. Der Weinverkauf lief bestens an, obwohl die Eine oder der andere Kunde zunächst vom Etikett leicht irritiert war.

Während die eigene Linie RITZLING entstand, ging Moritz für 2 Jahre nach Australien, Kalifornien und in die französische Weinregion Burgund, um internationale Erfahrungen zu sammeln und das nötige Knowhow bezüglich des Bio-Weinbaus mitzubringen. 2014 folgte dann die komplette Geschäftsübernahme und Moritz konnte mit seinem ersten, eigenen Jahrgang große Erfolge feiern.

In den Jahren 2014 & 2015 war auch im Hause Haidle das Experimentieren ein großes Thema. Es entstand ein Orangewein aus mehreren Burgundersorten. Hierbei handelt es sich um einen Weißwein, der wie ein Rotwein hergestellt wird. Die Weißweintrauben werden mit der Maische (Beerenschalen) vergoren und erhalten dadurch eine etwas kräftigere Farbe vom dunkelgelb bis orange. Außerdem haben Orangeweine einen höheren Anteil an Tannin, wodurch dem Wein eine rauere Note von Trockenheit verliehen wird. Im darauffolgenden Jahr brachte Moritz mit einer Kleinstauflage von nur 400 Flaschen seinen ersten Stettener RITZLING „KABI“, als Kabinettwein auf den Markt.

Unser Wein des Monats: Der 2020er Riesling „RITZLING“ vom Weingut Karl Haidle.

Der 2020er Riesling „RITZLING“

Immer wieder hat sich Moritz selbst reflektiert und seinen eigenen Anspruch an seine Weine stetig erhöht. Ihm wurde durch Weinverkostungen und Erfahrungen außerhalb des eigenen Weinguts mehr denn je bewusst, dass bereits ein Gutswein (Anfangsqualität VDP) das Aushängeschild eines Weinguts ist und keinerlei Kompromisse verdient. Seiner Meinung nach benötigen auch diese Weine Ihre Zeit, um Ihr Potenzial voll transportieren zu können. Die Trauben wachsen in ausgewählten Lagen, der kontrollierte, niedrige Ertrag und die lange Lagerung auf der Feinhefe, verleihen ihm die typische  Komplexität.  Ein frischer, trinkiger Riesling, der zu jedem Anlass passt, das soll der RITZLING sein.

Ebenfalls ein Prozess war die Gestaltung seines Etiketts, diese sollte mit Moritz gemeinsam wachsen und sich verändern. Somit erhält jeder Jahrgang ein neues Graffiti.

Unsere Eindrücke beim Verkosten

Mit einer sommerlichen Gelbfärbung und grünen Reflexen kommt dieser Wein ins Glas. Bereits in der Nase ist die feine Frische zu merken: grüner Apfel gepaart mit leicht zitrischen Anklängen wie Limette werden von Pfirsicharomen wunderbar ergänzt. Ebenfalls eine gewisse Mineralität wie nasser Stein ist bemerkbar und rundet den Eindruck ab.

Beim Verkosten wird der feine, bereits genannte Fruchtkorb bestätigt. Am Gaumen frisch, leicht fruchtbetont mit einem ausgewogenem Süße-Säure-Spiel. Seine klare Mineralität verleiht ihm einen hohen Trinkfluss. Lebendig, frisch und auch ein wenig frech wirkt dieser Riesling. Da wird uns bewusst, dass wir große Parallelen zum Winzer wahrnehmen. Moritz ist ein quirliger und lebendiger Typ, der es liebt „frei Schnauze“ über Wein & die Welt zu sprechen und sein Gegenüber mit seiner Leichtigkeit sofort in den Bann zieht.

Der 2020er Riesling „RITZLING“ ist ein richtiger Alleskönner: ob auf der Terrasse, als Begleiter zu Fleisch, Fisch oder leichten Pastagerichten, er passt eigentlich immer!

Moritz hat große Ambitionen und schaut voller Freude und Ehrfurcht in die Zukunft. Eine seiner Visionen ist es, sich irgendwann ausschließlich auf den Ausbau von Riesling und Lemberger zu konzentrieren. Seiner Meinung nach sind dies DIE Rebsorten der Region! Wir wünschen dem jungem und zielstrebigem Winzer jedenfalls alles Gute und finden den RITZLING fruchtig-lecker, großartig!

Unser Wein des Monats August, der 2020er Riesling „RITZLING“ vom Weingut Karl Haidle, ist ein ausgezeichneter demeter Wein und trägt außerdem das EU-Bio-Siegel.

GASTRONOMIE genießen im Rems-Murr-Kreis

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Details zum kompletten Weinsortiment & Weinbestellungen:
Weingut Karl Haidle KG
Hindenburgstraße 21
71394 Kernen im Remstal
www.weingut-karl-haidle.de

 


 

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Projektleitung: Nadine Müller, WN erleben
Fotografie: msk media Werbeagentur & Weingut Haidle
Weinverkostung: Gabriela Predatsch, Das WeinWeib
Text: Nadine Müller, Gabriela Predatsch, WN erleben & Weingut Haidle
Standort: Gemeinde Kernen, Kernen im Remstal, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg

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